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Feature

Woody Allen, ich und A Rainy Day

Nachdenken über einen alten Bekannten

Woody Allen und mich verbindet inzwischen eine sehr lange, wenn auch einseitige Bekanntschaft. Als verkopfte Teenager haben wir uns Allens Kurzgeschichten vorgelesen – ich erinnere mich da beispielsweise an eine, in der eine Brieffreundschaft zwischen zwei Männern in ein Fernscrabble-Desaster mündete. Wenig später zeigte unser Museum vor Ort eine Reihe mit amerikanischen Komödien und wir entdeckten die frühen Werke der albernen Periode... mehr

Feature, Filme

Lieblingsfilme 2019

Die Favoriten der INDIEKINO-Autor*innen

Wir haben unsere Autor*innen nach ihren Lieblingsfilmen, die 2019 im deutschen Kino gestartet sind, gefragt. Die Ergebnisse sind erstaunlich unterschiedlich und einige haben uns ziemlich überrascht. Klarer Favorit mit drei Nennungen ist Céline Sciammas PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN, gefolgt von Lee Chang-dongs BURNING. Durch eine Mehrfachnennung hat sich auch noch der JOKER in die Liste der mehr als einmal genannten Filme hereingetrickst. mehr

Interview

"Ich wollte, dass sich die Liebe echt anfühlt."

Interview mit Céline Sciamma über PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN

Die Filme der französischen Regisseurin, Drehbuchautorin und feministischen Aktivistin – Sciamma ist Mitglied in der 5050 by 2020-Bewegung, die sich für Parität in der Filmwirtschaft einsetzt – sind zart im Umgang mit ihren Figuren, künstlerisch im Umgang mit den filmischen Mitteln, lebensnah und politisch. Sciamma ist Autorin des Animationsfilms MEIN LEBEN ALS ZUCCHINI (2016), Ko-Autorin von André Techinés BEING 17 und Regisseurin des vielfach ausgezeichneten GIRLHOOD. Am bekanntesten ist sie in Deutschland vermutlich für ihren zweiten Spielfilm TOMBOY, Teddy-Gewinner 2011, ... mehr

Interview

„Ohne Humor könnte ich nicht arbeiten. Ich hätte das Gefühl zu ersticken“

Interview mit Bong Joon-ho zu PARASITE

Bong Joon-Ho ist einer der aufregendsten Genre-Regisseure des aktuellen Kinos. Sein neuer Film PARASITE hat bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme gewonnen. Erstes internationales Aufsehen hatte Bongs Monsterfilm THE HOST erregt, SNOWPIERCER war bereits eine internationale Produktion mit Starbesetzung. Nach seinem Netflix-Film OKJA kehrt Bong mit PARASITE nach Korea und auf die große Leinwand zurück. Für INDIEKINO sprach Pamela Jahn mit dem Regisseur.

Erinnern Sie sich noch an Ihre allererste Idee zum Film? Was war der Auslöser?

Der Ansatz ist ... mehr

Interview

„Er war der erste Ex-Neonazi, den ich traf, und ich der erste Jude, dem er begegnete.“

Interview mit Guy Nattiv zu SKIN

Der israelische Regisseur Guy Nattiv hat seit 2006 vor allem für seine Kurzfilmen zahlreiche internationale Filmpreise gewonnen, was im Oscar-Gewinn für seinen Kurzfilm SKIN im Februar dieses Jahres gipfelte. Der Kurzfilm erzählte eine andere Geschichte, hatte aber ähnliche Motive wie Nattivs gleichnamiger Langfilm SKIN über einen amerikanischen Neonazi-Austeiger, der jetzt ins Kino kommt. Patrick Heitmann hat für Indiekino mit Guy Nattiv über seinen Film gesprochen.



Mr. Nattiv, wie kommt ein israelischer Jude dazu, einen Film über die US-amerikanische Neonazi-Szene zu ... mehr

Interview

„Schon als Teenager wollte einen Film über ein richtig wütendes Mädchen machen.“

Interview mit Nora Fingscheidt über SYSTEMSPRENGER

Nora Fingscheidt hat die selbstorganisierte Berliner Filmschule filmArche e.V. mitbegründet und später in Ludwigsburg szenische Regie studiert. Mit mehreren kurzen und mittellangen Spielfilmen - darunter SYNKOPE (2010) und DIE LIZENZ (2016) - war sie auf dem Max Ophüls Festival zu Gast. Ebenso hat sie Erfahrungen im Dokumentarfilmbereich gesammelt und ihr Filmstudium mit dem Dokumentarfilm OHNE DIESE WELT (2017) über eine Gruppe deutschstämmiger Mennoniten im nördlichen Argentinien abgeschlossen. Mit ihrem ersten Langspielfilm SYSTEMSPRENGER wurde sie in den ... mehr

Interview

"Maradona macht keine Fehler."

Interview mit Asif Kapadia über DIEGO MARADONA

Asif Kapadian ist vor allem für seine erfolgreichen Dokumentarfilme bekannt. SENNA (2010) und AMY (2015) wurden mit Filmpreisen überhäuft, darunter ein Oscar für den besten Dokumentarfilm. Aber daneben dreht Kapadian auch melodramatische Spielfilme, Geschichten über unausweichliches Schicksal in lebensfeindlichen Landschaften wie FAR NORTH (2007) oder die Liebe zwischen einem aserbaidschanischem Muslim und einer georgischen Christin in den 20er Jahren. Kapadians neuer Film DIEGO MARADONA schildert die Karriere des Fußballstars beim SC Neapel als Geschichte ... mehr

Feature

Soundtrack: FIRST REFORMED (Lustmord)

Die schrillen Geigen aus Alfred Hitchcocks PSYCHO sind zu einem Klischee des Filmsoundtracks und des Horrorfilms im Speziellen geworden. Dass aber gerade Horrorfilme nicht die große Orchesterbehandlung brauchen, und sich ein Gefühl der nicht fassbaren Bedrohung mit minimalen Mitteln erzeugen lässt, zeigte dieses Jahr der Soundtrack zu Paul Schraders FIRST REFORMED. Ähnlich wie bei MMMDs Score zu HAGAZUSSA im letzten Jahr arbeitet Brian Williams, der als mehr

Feature

11 Beatlesfilme ohne Beatles

In YESTERDAY wacht der erfolglose Musiker Jack (Himesh Patel) in einer Welt auf, in der sich niemand mehr an die Beatles erinnert. Aber dies ist nicht der erste Film, der auf die Fab Four verweist, ohne, dass sie selbst darin vorkommen. mehr

Interview

„Tatsache ist doch, dass unser Leben aus einer Aneinanderreihung von Ungewissheiten besteht.“

Interview mit Carlos Reygadas über NUESTRO TIEMPO

Carlos Reygadas' Filme gehen Risiken ein. Sein Filmdebüt JAPÓN (2002) handelte von einem Mann, der versucht, sich das Leben zu nehmen. BATTLE IN HEAVEN (2005) war eine Meditation über Klassen, Schuld und Sühne, STELLET LICHT (2007) erzählte eine Dreiecksgeschichte in einer tiefreligiösen mennonitischen Gemeinde in Mexiko, und wurde auf Plautdietsch gedreht. Für das Ehedrama POST TENEBRAS LUX gewann Reygadas die Goldene Palme in Cannes. Pamela Jahn sprach mit Carlos Reygadas über dessen aktuellen Film NUESTRO TIEMPO. mehr

Interview

„Ich frage meine Kinder jeden Morgen, was sie geträumt haben“

Interview von Thomas Abeltshauser mit Mamoru Hosoda über MIRAI – DAS MÄDCHEN AUS DER ZUKUNFT.

INDIEKINO BERLIN: Wie sehr hat Ihr eigenes Leben und Ihre Rolle als Vater den Film beeinflusst?

Mamoru Hosoda: Es begann im Grunde mit der Geburt unseres zweiten Kindes. Unser älterer Sohn fühlte sich durch die Ankunft seiner kleinen Schwester plötzlich zurückgesetzt und der elterlichen Liebe beraubt. Es gab immer wieder Momente, in denen er aufgebracht war und Wutanfälle bekam, er war richtig eifersüchtig auf das Baby und die Aufmerksamkeit, die wir unserem Neugeborenen entgegenbrachten. Das beschäftigte mich sehr und verwirrte mich auch, weil ich selbst als ... mehr

Interview

„Ich hatte große Lust darauf, eine Liebesgeschichte mit hässlichen Menschen zu erzählen“

Interview mit Ali Abbasi über BORDER

Ali Abbasi emigrierte 2001 aus dem Iran nach Schweden, studierte zunächst Architektur in Stockholm und schließlich Film an der Nationalen Dänischen Filmschule. Sein erster Spielfilm, der Horrorfilm SHELLEY (2016) erzählte von einer jungen rumänischen Frau, die für ein Paar arbeitet, das in einem abgelegenen Waldhaus lebt, und einwilligt, als Leihmutter deren Kind auszutragen. Seinen zweiten Film BORDER, der letztes Jahr in Cannes in der Reihe „Un certain regard“ gewann, möchte er dagegen lieber nicht als Horrorfilm verstanden wissen. mehr

Interview

„Ein Film, der aus Erinnerungen komponiert ist“

Interview mit Barry Jenkins zu BEALE STREET

Barry Jenkins, geboren 1979, dessen Film MOONLIGHT vorletztes Jahr drei Oscars gewann (Bester Film, Bester Nebendarsteller - Mahershala Ali, Bestes adaptiertes Drehbuch) wuchs unter ähnlichen Bedingungen in Miami auf wie Chiron, die Hauptfigur in MOONLIGHT. Sein Vater hatte die Mutter mit vier Kindern verlassen und starb, als Jenkins zwölf Jahre alt war. Weil seine Mutter Crack-abhängig war, wuchs er in der überfüllten Wohnung einer anderen Frau auf. Jenkins besuchte den Film-Studiengang der Florida State University. mehr

Feature, Feature, Filme

Berlinale XIV: Doch, das ist schon große Kunst

Wettbewerb: ICH WAR ZUHAUSE, ABER

Man kann das ganze akademische Instrumentarium an diesen Film heranschleppen: die Geschichte des postdramatischen Theaters seit den 80er Jahren, die Collagetechniken, die Sprachexperimente, die Choreografien, die Chöre, die Nummernrevue statt des großen dramatischen Bogens. Oder das Nachdenken über Repräsentation nicht nur in der Gendertheorie. Kann man alles machen. Muss aber auch nicht sein. mehr

Feature, Festivals, Filme

Berlinale XIII: Fake News, journalistische Integrität und der Preis der Wahrheit

Wettbewerb: MR. JONES

Mit DIE SPUR gewann die polnische Regisseurin Agnieszka Holland 2017 den Silbernen Bären. Zwei Jahre später ist sie wieder in Berlin und bringt die intensiv inszenierte Geschichte eines außerhalb Wales wenig bekannten Helden mit. Der MR. JONES des Titels war Gareth Jones, geboren 1905, ein walisischer Journalist, der 1933, teils durch Glück, aber hauptsächlich durch persönlichen Einsatz, ein exklusives Interview mit Hitler führen konnte und sich dann dafür interessierte, wie es Stalin geschafft hatte, die UdSSR mitten in einer globalen Finanzkrise in ein Land zu verwandeln, in dem alle wirtschaftlichen Bereiche florieren. mehr

Feature, Festivals, Filme

BERLINALE XII: Etwas zerbricht

Forum: BAIT

An BAIT wirkt alles alt. Das Bild ist auf körnigem 16mm-Schwarzweißfilm gedreht, der in einer Weise springt und zerkratzt ist, die man nicht mit Computern simulieren kann. Die Häuser und Menschen des Küstenorts in Cornwall sehen so aus, wie sich das gehört, wenn man schon sehr lange von Schifffahrt und Fischfang lebt, und die merkwürdigen Pausen zwischen den Sätzen, liegen vielleicht am Schnitt oder an einer Art des Schauspiels, die schon lange aus der Mode ist. mehr

Feature, Festivals, Filme

BERLINALE XI: Graue Menschen unter einem grauen Himmel

Wettbewerb: GHOST TOWN ANTHOLOGY

In der Pressekonferenz erzählt ein sehr aufgeräumter Denis Côté, dass er zu sehr Snob sei, um einfach nur aus Spaß einen Horrorfilm zu drehen. Er verstehe seinen Film als "offenes Objekt". Und tatsächlich spielt GHOST TOWN ANTHOLOGY (REPERTOIRE DES VILLES DISPARUES) zwar mit den Konventionen des Genres, hat aber eher etwas von einem Gedicht. mehr

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Berlinale X: Moderner Briefroman mit Twist

Berlinale Spezial: CELLE QUE VOUS CROYEZ

Jurypräsidentin Juliette Binoche spielt Claire, eine Literaturprofessorin um die 50, die sich darüber, von ihrem Toyboy unzureichend emotional unterstützt zu werden, hinwegtröstet, indem sie auf Facebook mit seinem WG-Genossen Alex anbandelt. mehr

Feature, Festivals, Filme

Berlinale VIII: Jenseits der Gewalt liegt der Ekel

Wettbewerb: DER GOLDENDE HANDSCHUH

DER GOLDENE HANDSCHUH geht über die Schock-Effekte des Splatter-Films, die oft auch deutlich ausgestellte Spaß-Effekte sind, hinaus. Jenseits der Gewalt, die in der klassischen Ästhetik immer noch mit dem Erhabenen, und manchmal auch durch den Witz, gefasst werden konnte, liegt der Ekel als das völlig aus dem Ästhetischen Ausgeschlossene. mehr

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Berlinale VII: Die unmöblierten Räume von Lolas Psyche

Wettbewerb: DER BODEN UNTER DEN FÜSSEN

Lola ist Unternehmensberaterin. Ihr Leben findet in den generischen Nichträumen der internationalen Geschäftswelt statt. An Flughäfen, in Hotelzimmern, in unvollständig eingerichteten Übergangsbüros. Ihre Gesprächspartner sind ihre Geschäftspartner und oft sind sie nicht einmal zugegen. Ihre Liebhaberin ist ihr Boss Elise. mehr

Feature, Festivals, Filme

Berlinale IX: Braucht Deutschland endlich Serienkiller?

Auf der Pressekonferenz zu DER GOLDENDE HANDSCHUH

Die Pressekonferenz zu DER GOLDENE HANDSCHUH versprach, interessant zu werden. Hatte der Film auch nicht die blutigen Effekte geboten, die der Trailer angedeutet hatte, wird er mit seiner Mischung aus Maskengroteske, Sozialdrama und Gewaltszenen, die dadurch verstören, dass sie eben nicht albern splatterig sind, garantiert polarisieren. mehr

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Berlinale IV: Worte als Befreiung

Wettbewerb: Grâce à Dieu

François Ozons GRÂCE À DIEU erzählt von einem laufenden Prozess gegen den pädophilen Priester Bernard Preynat und gegen die katholische Kirche wegen der Vertuschung des jahrzehntelangen Missbrauchs. Der Prozess gegen den Kardinal Barbarin, der dafür verantwortlich war, dass Preynat noch bis 2016 mit Kindern arbeiten durfte, begann im Januar, das Urteil wird für den März erwartet. mehr

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Berlinale VI: Natur als Seelenzustand

Wettbewerb: OUT STEALING HORSES

Das Beste an der Berlinale war schon immer, dass nach ihr der Frühling kommt. Vorerst durfte aber bei OUT STEALING HORSES nochmal mit Stellan Skarsgard im kalten Norwegen gefroren werden. Wenigstens erinnert der melancholische alte Kerl, der um seine verunglückte Frau trauert, an seine späte Kindheit und den letzten Sommer mit seinem Vater. mehr

Feature, Festivals, Filme

Berlinale V: Es passiert wenig, das aber intensiv

Wettbewerb: ÖNDÖG

Der mongolische Krimi ÖNDÖG nimmt sich für alles, was in ihm passiert, viel Zeit. Am Anfang findet die Polizei eine Frauenleiche mitten in der Steppe. Damit diese und der junge Rekrut, der sie bewachen muss, über Nacht nicht von Wölfen gefressen werden, wird eine Hirtin aus der Nachbarschaft abkommandiert, die man nur "Dinosaurier" nennt. mehr

Feature, Festivals, Filme

Berlinale III: Zwischen Horror und Sozialdrama

Wettbewerb: SYSTEMSPRENGER

Nora Fingscheidts Spielfilmdebüt SYSTEMSPRENGER versprach, ein intensives Stück Kino zu werden, immerhin hatte der Film schon zahlreiche Drehbuchpreise gewonnen. Dabei steht gerade das Drehbuch mit seiner genrefilmartigen Eskalationslogik der Geschichte eher im Wege und sorgt dafür, dass SYTEMSPRENGER ein EXORZIST mit Sozialarbeitern statt Priestern geworden ist. mehr

Feature, Festivals, Filme

Berlinale II: A bissl wie BAD TASTE

Forum: DIE KINDER DER TOTEN & FOURTEEN

Nicht erst, als es zur Wiederkehr der Toten kommt, spürt man den jelinekschen Geist in jeder wackligen Einstellung des körnigen Super-8-Filmes.Die Zwischentitel sind immer bitterböse und verweisen auch gerne auf die Schwächen des Films selbst, wenn sie nicht gerade politische Spitzen verteilen. Die Laiendarsteller starren oder chargieren, wenn sie noch leben, und tun dies mit doppelt so viel Energie, sobald die Ausbeute eines Überfalls auf einen Scherzartikelladen sie in mehr oder weniger berühmte österreichische Untote verwandelt hat. mehr

Feature, Festivals, Filme

Berlinale I: Ein Märchen zum Start

Wettbewerb: THE KINDNESS OF STRANGERS

Der diesjährige Festival-Zauber beginnt mit einem Weihnachtsmärchen: Lone Scherfigs neuer Feelgood-Film spielt in New York im Winter in einer Zeit, die möglicherweise die Gegenwart ist, vielleicht aber auch nicht. Die Frisuren sehen nach heute aus, die Autos und Hemden älter, das Macbook, das irgendwann groß im Bild ist, stammt definitiv aus diesem Jahrzehnt, aber niemand hat ein Handy. mehr

Interview

"Wir mussten die ganze Zeit in Bereitschaft sein, um diesen einen winzigen Moment einzufangen"

Interview mit Nadine Labaki zu CAPERNAUM

Die libanesische Regisseurin und Schauspielerin Nadine Labaki (*1974) begann ihre Karriere mit der Produktion von Musikvideos. 2007 drehte sie ihren ersten Spielfilm, die Komödie CARAMEL, in der sich fünf Frauen regelmäßig in einem Schönheitssalon treffen und dabei Liebe, Sexualität, Tradition, und das alltägliche Auf und Ab verhandeln – im Januar noch einmal im Il Kino zu sehen. 2010 folgte die Komödie WHERE DO WE GO NOW? über ein kleines Dorf, in dem Moschee und Kirche unmittelbar nebeneinander stehen und die Frauen das Mannsvolk davon abhalten, aufeinander loszugehen. CAPERNAUM, ihr dritter Spielfilm, wurde dieses Jahr in Cannes mit dem großen Preis der Jury ausgezeichnet. Patrick Heidmann hat sich mit Nadine Labaki über ihren Film unterhalten. mehr

Feature

WORAUF WIR UNS IM KINOJAHR 2019 FREUEN

Autor*innen & Kinobetreiber*innen über ihre Favoriten

Wir haben uns umgehört und unsere Autor*innen und die Berliner Indiekino-Betreiber*innen gefragt, worauf sie sich – filmisch gesehen – im Jahr 2019 freuen: mehr

Interview

Die Erfindung des wirklich echten weiblichen Stars

Essay: Remakes und Reinkarnationen von A STAR IS BORN von 1932 bis 2018

Im Juni 1932, drei Wochen nachdem Amelia Earheart mit ihrer roten Lockheed Vega als erste Frau den Atlantik im Alleinflug überquert hat, während die Dust-Bowl-Depression in den USA weiter Massenmigrationen auslöst, während Franklin D. Roosevelt für einen „New Deal“ bei den Präsidentschaftswahlen wirbt, und die Alkohol-Prohibition weiter in Kraft ist, blickt die Kamera in George Cukors Film WHAT PRICE HOLLYWOOD? auf die langen Beine von Constance Bennett, der jüngsten der drei Bennett-Schwestern, die alle bereits in der Stummfilmzeit Filmstars waren. mehr

Interview

„Phasenweise ist DOGMAN ja fast ein Stummfilm“

Interview mit Matteo Garrone über DOGMAN

Matteo Garrone war bereits 2004 mit seinem Film PRIMO AMORE im Wettbewerb der Berlinale vertreten, wirklich bekannt wurde er aber in Deutschland erst durch das beeindruckende Mafia-Drama GOMORRHA (2008) und den wilden Fantasy-Film DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN (2015). Mit DOGMAN kehrt Garrone zu dem Milieu und den Landschaften aus GOMORRHA zurück.


Herr Garrone, Ihr neuer Film DOGMAN basiert auf einer wahren Geschichte. Was reizte Sie daran, diesen Fall auf die Leinwand zu bringen?

Die Sache ereignete sich in Italien vor 30 Jahren, und man kennt sie ... mehr

Interview

„Privat kriegen mich keine zehn Pferde in ein Gotteshaus“

Interview mit Alice Rohrwacher über GLÜCKLICH WIE LAZZARO

Seit 2005 dreht Alice Rohrwacher, Tochter eines Deutschen und einer Italienerin und Schwester der Schauspielerin Alba Rohrwacher, Filme. In Arthouse- und Festivalkreisen hat sie sich schnell einen Namen gemacht. Bereits ihr erster Spielfilm FÜR DEN HIMMEL BESTIMMT/CORPO CELESTE (2011) wurde zu den Filmfestspielen nach Cannes eingeladen. LAND DER WUNDER/LA MERAVIGLIE (2014), ihr zweiter Spielfilm und der erste, der es zu uns ins Kino geschafft hat, lief dann bereits im Wettbewerb und wurde mit dem großen Preis der Jury ausgezeichnet. mehr

Film

Attentat in Echtzeit

Hendrike Bake über Utøya 22. Juli

Am 22. Juli 2011 explodierte um 15.25 Uhr eine Autobombe vor dem Bürogebäude des norwegischen Ministerpräsidenten. Während Polizei und Militär alle Kräfte auf Oslo konzentrierten, machte sich der Attentäter Andreas Breivik auf den Weg zur 30 km entfernten Insel Utøya im Tyrifjord, einem Binnensee, auf der das Sommerlager der norwegischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei (AUF) stattfand, und erschoss dort 69 Menschen aus nächster Nähe, 38 von ihnen waren unter 18 Jahre alt. Es dauerte 72 Minuten von den ersten Schüssen bis zum Zeitpunkt, an dem die Polizei Breivik festnahm, der ... mehr

Interview

„Ich wollte eine Tragödie in der heutigen Zeit schreiben“

Interview mit Xavier Legrand über NACH DEM URTEIL

Bei seiner Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Venedig wurde VOR DEM URTEIL des französischen Schauspielers und Filmemachers Xavier Legrand als Bester Erstlingsfilm und mit dem Silbernen Löwen für die Beste Regie ausgezeichnet. Vor seinem Langfilmdebüt spielte Legrand vor allem Theater, sein Kurzfilm AVANT QUE DE TOUT PERDE war 2014 für den Oscar nominiert. Thomas Abeltshauser hat beim Filmfest in San Sebastián mit dem Regisseur gesprochen, wo der Film den Zuschauerpreis gewann. mehr

Interview

„Konkurrenzdenken hat mich nie interessiert. Und großer Ruhm auch nicht.“

Interview mit Agnés Varda zu AUGENBLICKE: GESICHTER EINER REISE

INDIEKINO BERLIN: Frau Varda, bei AUGENBLICKE: GESICHTER EINER REISE haben Sie erstmals nicht alleine Regie geführt, sondern gemeinsam mit dem Künstler und Fotografen JR. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Agnès Varda: Meine Tochter hat uns miteinander bekannt gemacht. Ich kannte seine Kunst und er meine Filme, aber es war Rosalie, die fand, es könne nicht angehen, dass wir uns noch nie begegnet sind. Wir stellten schnell fest, dass wir uns gut verstehen und vor allem die gleichen Interessen haben. Wir beide haben ein Bedürfnis nach Begegnungen mit anderen Menschen. So haben wir dann schon ein paar Tage nach unserem Kennenlernen beschlossen, gemeinsam einen Film zu machen. mehr

Feature

POLITIK, POP UND MEDIENKRITIK

RETROSPEKTIVE „WAHRSAGER IM FILM: PETER WATKINS“

Im Film THE BALLAD OF JOHN AND YOKO fragt ein Reporter John Lennon, ob ein bestimmtes Ereignis den Anstoß zu der Friedenskampagne von Lennon und Ono gegeben habe. Lennon antwortet: „Es hat sich eigentlich über die Jahre aufgebaut, aber was es richtig angestoßen hat, war ein Brief, den uns ein Typ geschrieben hat, der Peter Watkins heißt und einen Film mit dem Titel THE WAR GAME gemacht hat. (…) Er sagte: Leute in eurer Position haben die Verantwortung, die Medien für den Frieden in der Welt zu nutzen.“ mehr

Interview

„Mütter und Töchter – das ist immer eine komplexe, nuancierte und wunderschöne Sache“

Interview mit Greta Gerwig zu LADY BIRD

Greta Gerwig (*1983) ist einer der bekanntesten Stars der US-Indie-Szene. Sie studierte in New York Philosophie und Englisch und schrieb bereits an der Uni erste eigene Theaterstücke und gründete eine Comedy-Gruppe. Anfang des Jahrtausends begann sie in „Mumblecore“-Filmen aufzutreten – u.a. BAGHEAD von Jay und Mark Duplass und YEAST von Mary Bronstein – und arbeitete auch als Drehbuchautorin und Ko-Regisseurin. In Deutschland wurde sie vor allem durch Noah Baumbachs FRANCES HA (2012) bekannt... mehr

Interview

“BLAUBEER-EISKREM MIT EINER SAUREN NOTE“

Gespräch mit Sean Baker über seinen Film THE FLORIDA PROJECT

Der erste Film von US-Indie-Regisseur Sean Baker, der in Deutschland ins Kino kam, war STARLET (2012), eine kleine, präzise erzählte Geschichte um die unwahrscheinliche Freundschaft zwischen einer Seniorin und einer verpeilten jungen Frau, die als Pornodarstellerin arbeitet. 2015 machte Baker dann mit TANGERINE Furore, einer grell-bunten und über weite Strecken improvisierten Komödie um die Transgender-Prostituierte Sin-Dee Rella, ihre Clique und ihre Kunden. TANGERINE war der erste Film, der komplett im Breitwandformat auf dem iPhone gedreht wurde. Für THE FLORIDA PROJECT hatte Baker erstmals ein richtiges Budget zur Verfügung, den bonbonfarbenen Look von TANGERINE führt er fort mehr

Feature, Festivals

Berlinale XIV: Deutschland-Metapher aufs Auge

Wettbewerb: MEIN BRUDER HEISST ROBERT UND IST EIN IDIOT

Grönings Film, dessen Buch der Regisseur gemeinsam mit der Schauspielerin Sabine Timoteo geschrieben hat, hat bisher die schönsten Bilder im Wettbewerb, und ist der erste Wettbewerbs-Film, der eine Idee von Freiheit in der Inszenierung zeigt. Über drei Stunden wird kaum eine Geschichte erzählt, lediglich eine langsame, aber unaufhaltsame Eskalation. Die Zwillinge Robert und Elena gehen auf eine Wiese, gegenüber einer Tankstelle, vorgeblich um für Elenas Philosophie-Abitur zu lernen. mehr

Feature, Festivals

Berlinale XIII: Computerdesktop-Thriller

Panorama Special: PROFILE

Timur Bekmambetov hat sich mit effektlastigen Actionkrachern wie WANTED, WÄCHTER DER NACHT und ABRAHAM LINCOLN, VAMPIRE HUNTER einen Namen gemacht. Trotzdem erscheint es passend, dass sein neuer Film komplett auf einem Computerdesktop spielt. Der Film beruht auf der wahren Geschichte einer Reporterin, hier Amy genannt, die sich im Internet als europäische Konvertitin zum Islam ausgab. mehr

Feature, Festivals

Berlinale XII: Süßer, überdrehter Klamauk

Berlinale Special: MONSTER HUNT 2

Aus einer feministischen Perspektive gesehen kann man sich freuen: Von den weiblichen Charakteren, die in der Fortsetzung des einstmalig erfolgreichsten Filmes Chinas auftauchen, sind die meisten den männlichen Charakteren mehr als ebenbürtig. mehr

Feature, Festivals

Berlinale XI: John McEnroes schwarze Magie

Forum: L'EMPIRE DE LA PERFEKTION

Bewegung, Zeitlichkeit, Drama: Film und Sport haben sehr ähnliche Strukturen. Klar sind das Binsenweisheiten, und auch die filmphilosophischen Überlegungen, die Julien Farault anhand der wundervollen 16mm-Aufnahmen von John McEnroe, die im Auftrag des französischen Tennisverbandes bei den French Open in Roland Garros, präsentiert, wirken ein wenig aufgeplustert. Egal, das Bildmaterial ist der Knüller. mehr

Feature, Festivals

Berlinale X: Terror im Wettbewerb

Wettbewerb: UTOYA, 22. JULI & 7 TAGE IN ENTEBBE

WETTBEWERB: Gestern zum Frühstück ein richtiger Stinker, ein besonders fieser. UTOYA 22. JULI ist unglaublich spekulativer Schrott, der sich auch noch besonders wichtig findet. Das Attentat auf das Sommercamp der sozialdemokratischen Jugend in Norwegen filmt Erik Poppe in einem langen Take, der damit beginnt, dass die junge Kaja in die Kamera blickt und sagt „Du wirst das nie verstehen!“. Vermutlich sollte der Film also irgendetwas über die Perspektive der Opfer sagen. mehr

Feature, Festivals

Berlinale VII: Zum Beispiel das Baby-Ding

Perspektive deutsches Kino: RÜCKENWIND VON VORN

In RÜCKENWIND VON VORN erzählt Philipp Eichholtz (LUCA TANZT) von Charlie, einer Berlinerin Mitte Zwanzig, deren Leben gerade anfängt, feste Formen anzunehmen. Allzu feste Formen. Mit jedem Dreh der Schraube wächst Charlies Widerstand. Sie wiegelt ab „Ich plane erstmal gar nichts“, lächelt gequält, nimmt die Pille heimlich weiter und plant eine Reise nach Südkorea, wo die beste Freundin gerade unterwegs ist. Einer Konfrontation geht sie aus dem Weg. mehr

Feature, Festivals

Berlinale VI: Ungeheure Direktheit und Dringlichkeit

Wettbewerb: Transit

WETTBEWERB: Christian Petzolds Verfilmung von Anna Seghers Flucht- und Exilroman riskiert viel und gewinnt auf ganzer Linie. Den 1942 spielenden Roman über deutsche Geflüchtete, die in Marseille auf Papiere für die Emigration warten, vor allem auf die wichtigen Transitpapiere, die ihnen das Anlaufen in Häfen in Ländern ermöglichen, für die sie keine Einreisepapiere besitzen, ohne historisierende Kostüme im heutigen Frankreich spielen zu lassen: das hätte leicht schiefgehen und wie eine alberne Holzhammerpointe wirken können. mehr

Feature, Festivals

Berlinale VIII: Die kleinen Brüder und Schwestern der RAF

Forum: DER SPK-KOMPLEX

Der Dokumentarfilm von Gerd Kroske (DER BOXPRINZ) zeichnet das SPK als die weniger radikalen und selbstherrlichen kleinen Brüder und Schwestern der RAF. Kroske lässt sowohl Mitglieder als auch die Gegenseite, Richter, Polizisten und Reporter, zu Wort kommen und leistet damit Ähnliches wie Stefan Austs Buch über „die Baader-Meinhof-Gruppe“, auf die sich der Titel bezieht. mehr

Feature, Festivals

Berlinale IX: Ein Freund, ein guter Freund

Generation: MEIN FREUND; DIE GIRAFFE

Im Dickicht der Berlinale-Sektionen verzeichnet das Programm der Generation alljährlich die wenigsten Ausfälle. Vielleicht liegt es an der Qualität der Einsendungen, vielleicht am Fingerspitzengefühl bei der Auswahl (Sektionsleiterin seit 2008: Maryanne Redpath), vielleicht empfinde ich es nur subjektiv so. Jedenfalls macht in der Stafette starker Kinder- und Jugendfilme auch der liebenswerte niederländische Beitrag MEIN FREUND, DIE GIRAFFE aus der Generation Kplus keine Ausnahme. Als Inspiration diente der Regisseurin Barbara Bredero das in den Niederlanden bekannte Kinderlied ... mehr

Feature, Festivals

Berlinale V: „Pakt des Vergessens“

Panorama: THE SILENCE OF OTHERS

Nachdem mit den Tod des Diktators die faschistische Herrschaft in Spanien endete, hatten viele Regimegegner die Hoffnung, dass ihre Angehörigen und Freunde, die aus politischen Gründen im Gefängnis saßen, nun eine Amnestie erfahren würden. Diese Hoffnung bewahrheitete sich auch. Doch das Amnestiegesetz, welches 1977 vom spanischen Parlament verabschiedet wurde, hatte noch eine andere Seite: Der „Pakt des Vergessens“ garantierte auch denjenigen Sicherheit vor Strafverfolgung, die sich während der Diktatur auf Seiten des Regimes schuldig gemacht hatten. mehr

Feature, Festivals

Berlinale IV: Ein solider Genrefilm, der wichtige historische Fakten vermittelt

Wettbewerb: BLACK 47

WETTBEWERB: Dem irischen Rachewestern BLACK 47 ging der Ruf voraus, in der Tagespresse-Vorstellung hätten einige den Film nicht ertragen und die Vorstellung verlassen. Tatsächlich ist BLACK 47 ein finsterer Film über den größten Völkermord der Kolonialzeit auf europäischem Boden vor dem deutschen Faschismus. Die Kartoffelfäule, die 1847 die Ernten im von England besetzten Irland vernichtete, hatte zuvor bereits zwei Jahre zuvor in Kontinentaleuropa die Felder in schwarze, faulig stinkende Krautmassen verwandelt. mehr

Feature, Festivals

BERLINALE III: Manchmal lesen sie auch nur

Forum: CLASSICAL PERIOD

CLASSICAL PERIOD ähnelt ein bisschen dem Erlebnis, auf einer Party mit einem Menschen zu reden, der zwar Feuer und Flamme für sein/ihre Lieblingsthema ist, diese Begeisterung aber nur durch einen Redeschwall vermitteln kann. In langen Einstellungen, ganz klassisch im 4:3-Format und körnig auf 16mm-Film, referieren die Mitglieder eines Literaturdiskussionskreises über ihre Lieblingsstellen aus Dantes „Göttlicher Komödie“, Architektur und klassische Musik. mehr

Feature, Festivals

BERLINALE II: Saatgutkrise

Forum: WILD RELATIVES

2015 trat für die Hüter der Samen im Saatgutarchiv in Svalbard, Norwegen, der Ernstfall ein. Weil das International Center for Agricultural Research in the Dry Areas (ICARDA) wegen des Syrienkrieges umziehen und dabei sein Saatgutlager nicht mitnehmen konnte, mussten die einstmals von ihnen ans norwegische Archiv geschickten Samen wieder herausgeholt und zum Multiplizieren an den neuen Standort geschickt werden. mehr

Feature, Festivals

BERLINALE I: DIE SPIELE SIND ERÖFFNET

ISLE OF DOGS & RIVER'S EDGE

WETTBEWERB: Mit Wes Andersons ISLE OF DOGS zu eröffnen, war ein sehr schlauer Schachzug. Auf diese Weise hat man gleich die Herzen aller Besucher, die ‚Hundemenschen’ sind, erobert. Die Kombination aus Puppentrick, japanischem Setting und der typischen Andersonschen quirkyness, bei der Hunde in sich gehen und überlegen, wann ihr Leben die falsche Wendung genommen hat, kann ein Filmfestivalpublikum nur begeistern. mehr

Interview

„Wir waren jung und hatten nichts zu verlieren, das machte uns unaufhaltbar.“

Interview mit Robin Campillo zu 120 BPM

Robin Campillo kommt sichtlich abgehetzt zum Interview. Auf dem Weg zum Filmfest in San Sebastián ging sein Gepäck verloren und er musste sich für die Premiere seines Films noch schnell einen Anzug besorgen. Er ist dann trotzdem bester Laune und spricht voller Leidenschaft von seinem Film 120 BPM über die AIDS-Aktivistengruppe ACT UP, zu der Campillo (55) auch selbst gehörte und die Anfang der Neunziger Jahre in Paris mit spektakulären Aktionen gegen die Ignoranz von Politik, Gesellschaft und Pharmaindustrie protestierte. Thomas Abeltshauser hat mit dem französischen Filmemacher gesprochen. mehr

Feature

75 Jahre Pervers

Rosa von Praunheim hat Geburtstag und hat einen neuen Film aus Neukölln mitgebracht. Eine Hommage.

Seit 50 Jahren funktioniert dieses Praunheim-Prinzip der zusammengesetzten Lebenstraumerzählungen nun schon, ein großes, produktives Gegenprogramm zu Kino-Bio-Pics und den Prominentenporträts, die das deutsche TV für erzählenswert erachtet. mehr

Interview

"Es kommt einem vor, als sei das alles erst gestern passiert, oder morgen"

Interview mit Kathryn Bigelow zu DETROIT

Kathryn Bigelow ist immer noch die einzige Frau die jemals mit einem Oscar für die beste Regie ausgezeichnet wurde (für THE HURT LOCKER, 2010), und sie war eine der ersten Frauen, die sich an die „Männergenres“ Action, Thriller, Sportfilm und Kriegsfilm heranwagte. mehr

Interview

„Wir hatten keine Ahnung, dass es womöglich Penisse in dieser Größe gibt.“

Interview mit Dome Karukoski zu TOM OF FINLAND

Dome Karukoski gilt als einer der erfolgreichsten finnischen Regisseure, aber in Deutschland waren bisher nur zwei seiner Filme zu sehen: DAS MÄDCHEN UND DER RAPPER hatte 2006 seine Premiere auf der Berlinale und die Komödie HELDEN DES POLARKREISES kam 2012 in die Kinos. Karukoskis Portrait des Zeichners Tom of Finland, einer der ikonischen Figuren der Schwulenbewegung, gewann den FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik beim Göteborg Film Festival. Patrick Heidmann hat für INDIEKINO mit dem Regisseur gesprochen.

INDIEKINO BERLIN: Herr Karukoski, kann es sein, dass es eine Weile gedauert hat, bis TOM OF FINLAND Wirklichkeit wurde? Angekündigt wurde der Film doch schon vor etlichen Jahren, oder? mehr

Feature

Experimenteller Pop. Drei Dokus

Tangerine Dream - Conny Plank - Sleaford Mods

Gleich drei Pop-Dokus erzählen im September Geschichten der elektronischen Musik. REVOLUTION OF SOUND. TANGERINE DREAM und CONNY PLANK – THE POTENTIAL OF NOISE erzählen von den beiden sehr unterschiedlichen Linien der elektronischen Popmusik in Deutschland. mehr

Interview

„Im Grunde ist mir jede Ausrede recht, um in Schwarzweiß drehen zu können.“

Interview mit Sally Potter zu THE PARTY

Bereits mit 16 Jahren schmiss Sally Potter (*1949) die Schule, um eine Karriere als Filmemacherin zu verfolgen. Seither hat sie als Performancekünstlerin, Theaterregisseurin, Musikerin, Komponistin und Autorin gearbeitet und sieben Spielfilme gedreht. Potter experimentiert gern und probiert eigentlich bei jedem Projekt ein neues Genre und neue Stilmittel aus. mehr

Interview

„Der ästhetische Feind dieses Films ist ein naturalistisches Kino“

Interview mit Julian Radlmaier zu SELBSTKRITIK EINES BÜRGERLICHEN HUNDES

Julian Radlmaier, Jahrgang 1984, studierte an der dffb, war persönlicher Assistent von Werner Schroeter und hat deutsche Übersetzungen der Texte des französischen Theoretikers Jacques Rancière herausgegeben („Und das Kino geht weiter. Schriften zum Film“ (2012) und „Bela Tarr, Die Zeit danach“ (2013). Seine ersten Filme EIN GESPENST GEHT UM IN EUROPA (2013) und EIN PROLETARISCHES WINTERMÄRCHEN (2014) thematisieren die Klassengesellschaft. mehr

Interview

"Gesellschaftliche Verantwortung darf kein Kriterium sein"

Interview mit Bertrand Bonello zu NOCTURAMA

Bertrand Bonello ist seit seinem Debütspielfilm DER PORNOGRAF für kontroverse und seltsam halluzinatorische Filme bekannt. Zuletzt kam in Deutschland sein SAINT LAURENT (2014) in die Kinos. Mit NOCTURAMA hat Bonello einen kontroversen und todschicken Thriller über eine Gruppe junger Leute, die am gleichen Tag mehrere Bombenanschläge in Paris verüben, gedreht. Thomas Abeltshauser hat für INDIEKINO mit Bertrand Bonello über seinen neuen Film gesprochen. mehr

Interview

„Im Vordergrund unserer Zusammenarbeit stand immer der Dialog“

Interview mit Céline Sciamma

Als Regisseurin und Drehbuchautorin hat Céline Sciamma mit WATER LILIES (2007), TOMBOY (2011) und BANDE DES FILLES (2013) bereits mehrfach Geschichten über jugendliche Befindlichkeiten gedreht. Im sensibel beobachteten WATER LILIES ging es um eine Gruppe von 15-jährigen Mädchen, den ersten Sex und Synchronschwimmen. mehr

Interview, Personen

„Es gibt eine Scheu vor den ganz alltäglichen Geschichten“

Interview mit Marie Kreutzer zu WAS HAT UNS BLOSS SO RUINIERT

WAS HAT UNS BLOSS SO RUINIERT ist der dritte Spielfilm der österreichischen Filmemacherin Marie Kreutzer, und der zweite, der bei uns ins Kino kommt: Im Jahr 2011 war ihr Debüt DIE VATERLOSEN über die Kinder einer Hippiekommune, die sich beim Tod des Vaters wieder treffen, hier zu sehen.

INDIEKINO BERLIN: Wie ist die Idee zu WAS HAT UNS BLOSS SO RUINIERT entstanden?

Marie Kreutzer: Das war eigentlich gar nicht meine Idee, sondern die meines Produzenten. In dieser Zeit war meine Tochter etwa in dem Alter wie die Kinder im Film. Ich habe auf die Finanzierung von GRUBER GEHT gewartet, meinem zweiten Kinofilm, und war halt sehr viel mit ihr allein, am Spielplatz und so weiter mehr

Interview, News

"Wenn man nichts mehr kalkuliert oder hinterfragt - dann kann man von Liebe sprechen"

Interview mit Park Chan-Wook

Seit ihm zu Beginn des Jahrtausends mit dem Berlinale-Beitrag JOINT SECURITY AREA und kurz darauf SYMPATHY FOR MR. VENGEANCE der Durchbruch gelang, gehört Park Chan-Wook auch international zu den bekanntesten und erfolgreichsten koreanischen Regisseuren. 2004 gewann er in Cannes für OLDBOY den Großen Preis der Jury, fünf Jahre später für DURST den Jury-Preis. Nach seinem englischsprachigen Debüt STOKER meldet er sich nun mit der Romanverfilmung DIE TASCHENDIEBIN zurück, deren Handlung er von England nach Korea verlegte. Patrick Heidmann hat sich für INDIEKINO BERLIN mit Park Chan-Wook über seinen jüngsten Film unterhalten. mehr

Interview, News

„Man kann sich die Situation nicht anschauen, ohne wütend zu werden“

Interview mit Ken Loach zu ICH, DANIEL BLAKE

Ken Loach, geboren 1936, ist einer der renommiertesten britischen Filmemacher, und einer der politisch engagiertesten. Sein Film KES (1966) gilt als einer der besten britischen Filme aller Zeiten. Nach THE WIND THAT SHAKES THE BARLEY (2006) ist I, DANIEL BLAKE der zweite Film, mit dem Loach die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes gewonnen hat. Thomas Abeltshauser hat für INDIEKINO BERLIN mit Ken Loach gesprochen.


INDIEKINO BERLIN: Mr. Loach, um ehrlich zu sein: Wir waren ein bisschen verwirrt. Sie hatten 2013 angekündigt, keine Filme mehr zu machen. Und jetzt machen Sie doch noch einen, Ihren Fünfzigsten, und gewinnen damit auch noch die Goldene Palme in Cannes.

Ken Loach: Ja, es war ein bisschen albern, das damals so heraus zu posaunen. Das würde ich heute nicht mehr sagen. Lassen Sie es mich erklären. mehr

Interview, Veranstaltungen

"Es gibt wirklich viele Highlights"

Interview mit Patrick Thülig zum 32. interfilm Festival

Im November findet zum 32. Mal das interfilm Kurzfilmfestival statt, das mittlerweile 500 Filme in 50 Programmen präsentiert. Wir haben uns mit Patrick Thülig vom interfilm-Team über die neue Ausgabe unterhalten. mehr

Interview, News

„Viele Locations, ein paar Scheinwerfer und ein 65-seitiges Drehbuch“

Interview mit Regisseur Julius Schultheiß zu LOTTE

Seinen ersten Langfilm hat Julius Schultheiß ohne Filmförderung aus eigener Tasche finanziert. Es hat sich gelohnt: LOTTE wurde zur Berlinale eingeladen und erhielt auf dem diesjährigen Achtung Berlin Festival den Hauptpreis für den besten Spielfilm. Christian Horn hat sich mit dem Regisseur über die Arbeit an LOTTE unterhalten. mehr

Feature, Personen

"What's the Story Morning Glory?": Die Filme von Andrea Arnold

Am 13.10. startet Andrea Arnolds neuer Film AMERICAN HONEY. Wir werfen einen Blick auf ihr bisheriges Werk.

Andrea Arnold, geboren 1961, wuchs in einer Sozialwohnung in Dartford, einem Vorort von London auf. Mit 17 begann sie ihre Fernsehkarriere als Tänzerin in der Gruppe Zoo, die regelmäßig bei der BBC-Show „Top of the Pops“ auftrat, kurz darauf wurde sie als die rollschuhfahrende, tanzende und singende „Dawn Lodge“ Ko-Moderatorin in der hyperaktiven Kindersendung „No. 37“. Über ihre Herkunft aus der Arbeiterklasse spricht Arnold recht gern – sie verleiht ihren Filmen eine Aura von Authentizität und Glaubwürdigkeit. Fragen nach ihrer Pop-Vergangenheit blockt sie dagegen eher ab. mehr

Interview

„Filme reflektieren nicht die wirkliche Rolle, die Frauen im Leben spielen“

Interview mit Iciar Bollaìn zu EL OLIVO

Iciar Bollaín begann ihre Karriere als Estrella in Victor Erices EL SUR (1983) und hat seither in über 30 Filmen mitgespielt, von denen allerdings nur einige wenige wie LAND AND FREEDOM (1994, R: Ken Loach) und RABIA – STILLE WUT (2009, R: Sebastián Cordero) in deutschen Kinos zu sehen waren. In den 1990ern begann Bollaín sehr erfolgreich, eigene Filme zu drehen. mehr

Interview

„Interessantes kommt aus unerwarteten Ecken“

Interview mit Todd Solondz

Spätestens seit seinem Film WELCOME TO THE DOLLHOUSE (1995) ist Todd Solondz eine der Ikonen des US-Independent-Kinos. Seitdem hat Solondz sechs weitere Filme gedreht, von denen allerdings nicht alle in die deutschen Kinos gekommen sind. Glücklicherweise ist das bei seinem neuen Film WIENER DOG anders. Solondz kommt, grinsend, in Sneakers, Freizeithose und kurzärmligen rotem Freizeithemd und einer Brille mit rotem, transparentem Gestell zum Interviewtermin und nimmt auf der Couch Platz wie ein Ironie-Buddha. mehr

Interview

"Die Erzählform war für mich genauso ein Motor, diesen Film zu machen, wie der Inhalt selbst"

Maria Schrader über VOR DER MORGENRÖTE

INDIEKINO BERLIN: Was hat sie bewogen, einen Film über die Exilerfahrung von Stefan Zweig zu machen? Geht es ihnen um die Einsamkeit und das Getriebensein von Stefan Zweig, der in der Emigration nicht glücklich werden konnte, obwohl er sicher war?

Maria Schrader: Ich glaube, das private Glück und die private Zufriedenheit waren keine Kategorie für Stefan Zweig. Zweig war jemand, der seine Arbeit über alles stellte. Er war nicht so bedroht wie andere, er hatte ein gutes Auskommen, er hatte ein Aufenthaltsvisum. Aber das, was von uns mehr und mehr gefordert ist, nämlich den Fernseher wieder auszuschalten, die immer umfangreichere Bild- und Informationsflut über Krieg, Verwüstung, Elend in anderen Orten der Welt wieder zu vergessen, irgendwo wegzuschließen, um überhaupt weiterzumachen und zu funktionieren in unseren Leben, unseren Berufen - das ist ihm nicht gelungen. mehr

Interview

„Das Unausgesprochene ist das Wichtige“

Interview mit Omer Fast

Omer Fast, 1972 in Jerusalem geboren, wuchs in Jerusalem und New York auf und lebt und arbeitet heute in Berlin. Fast ist als Künstler erfolgreich und vor allem für seine Videoinstallationen bekannt. Er hat unter anderem bei der Biennale Venedig 2011 und bei der Documenta Kassel 2012 ausgestellt. REMAINDER ist sein erster Spielfilm. mehr

Interview, News

„Ich wollte die Realität ihres Alltags erzählen“

Tobias Lindholm über A WAR

INDIEKINO BERLIN: Viele der Darsteller in Ihrem Film sind echte Soldaten. Inwiefern war das dänische Militär involviert und hatte Einfluss auf das Drehbuch?


Tobias Lindholm: Ich habe mich vor dem Drehbuchschreiben mehrmals mit Militärvertretern getroffen und ihnen das Projekt erklärt. Wir haben ihnen nie das Drehbuch zum Lesen gegeben, sie hatten keinen Einfluss auf den Schnitt. Aber sie haben unser Projekt akzeptiert und uns erlaubt, ihre Soldaten zu besetzen. Außerdem haben sie uns Material zur Verfügung gestellt, Uniformen und Ausrüstungen, um dieses Umfeld authentisch darstellen zu können. Sie waren also involviert, aber nur auf einem praktischen Level, nicht bei den Entscheidungen. mehr

Interview

„Es wurde mehr getrunken und gefeiert und gevögelt in den Siebzigern.“

Thomas Vinterberg über DIE KOMMUNE

INDIEKINO BERLIN: Sie sind selbst in einer Kommune aufgewachsen. Ist das ein Lebensmodell, das wiederkehren könnte?

Thomas Vinterberg: Das Kommunenleben ist heute viel rationaler. Ich würde es noch nicht einmal so nennen. Junge Leute mit wenig Geld ziehen in WGs zusammen, um Miete zu sparen. Aber jeder hat sein eigenes Fach im Kühlschrank. Es ist nicht mehr so verrückt und naiv und durchgeknallt und liebenswürdig, wie es damals in den Siebzigern war. Das hat sich überlebt. Ich habe 12 Jahre in einer Kommune gelebt, von sieben bis 19, aber jede Kommune war anders, so wie jede Familie anders ist. mehr

Interview, News

„Niemand kann sich auf eine sichere Position zurückziehen“

László Nemes über SON OF SAUL

Mit seinem ersten Langfilm SON OF SAUL gewann László Nemes den Großen Preis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes. Thomas Abeltshauser hat sich mit dem Regisseur über sein atemberaubendes Debüt auf dem Filmfest in San Sebastián unterhalten.

INDIEKINO BERLIN: Ihr Film sorgte auf dem Filmfest in Cannes letztes Jahr für Furore. Warum kommt er erst jetzt in die deutschen Kinos?

László Nemes: Ich wollte, dass der Film für Aufruhr sorgte. Ich will diesen Widerstand überwinden. Aber in Cannes hat sich kein deutscher Verleiher an den Film getraut. mehr

Interview, Filme, News

„Man muss etwas zurücklassen, um weitermachen zu können“

Interview mit Joachim Trier zu LOUDER THAN BOMBS

Nach seinem ausgezeichneten Filmdebüt AUF ANFANG (2006) und dem Drama OSLO, 31. AUGUST (2011) über einen jungen Mann, der seinen Selbstmord beschlossen hat, hat der norwegische Regisseur Joachim Trier mit LOUDER THAN BOMBS seinen ersten englischsprachigen Film mit internationalen Stars wie Isabelle Huppert, Gabriel Byrne und Jesse Eisenberg realisiert: Drei Jahre nach ihrem Unfalltod einer bekannten Kriegsfotografin werden der Ehemann und die beiden Söhne wieder mit den Hintergründen und den Umständen ihres Ablebens konfrontiert und dazu gezwungen, sich auch mit sich selbst und ihren Beziehungen untereinander auseinanderzusetzen. Jens Mayer hat mit Joachim Trier über seinen Film gesprochen. mehr

Interview, News

In dieser Geschichte ist sogar die Liebe illegal

Interview mit Todd Haynes zu CAROL

Todd Haynes liebt Frauenfiguren und er liebt historische Filme, Filme, die in einer sehr spezifischen Zeit angesiedelt sind. Sein erster Spielfilm SAFE (1998) handelte von einer reichen Hausfrau (Julianne Moore), die Hyper-Allergikerin ist und sich nach und nach immer weiter aus dem kalten Glanz der 80er Jahre zurückzieht, bis sie in einer Art sterilem Iglu in der Wüste landet. VELVET GOLDMINE (1998) porträtierte die 80er dagegen als metrosexuelles Glam-Rock Spektakel. Knallbunt ist auch FAR FROM HEAVEN (DEM HIMMEL SO FERN 2002), eine Hommage an die Technicolor-Melodramen von Douglas Sirk. In seinem bis dato erfolgreichsten Film I’M NOT THERE (2007) inszenierte Haynes das Leben von Bob Dylan mit sechs verschiedenen Darstellern in der Hauptrolle – eine davon war Cate Blanchett. Nach der in den 40er Jahren angesiedelten Fernsehserie MILDRED PIERCE kehrt Haynes nun mit CAROL wieder in die 50er Jahre zurück. mehr

Feature, Personen

Cinema of Obsession: Die Filme von Peter Strickland

Am 3.12. startet Peter Stricklands neuer Film THE DUKE OF BURGUNDY. Wir stellen den in Deutschland noch viel zu wenig bekannten Filmemacher und seine Film vor.

In einem Text zu Peter Stricklands zweitem Film BERBERIAN SOUND STUDIO bezeichnete Peter Bradshaw, der Chef-Filmkritiker des „Guardian“, Strickland als „den wichtigsten britischen Filmemacher seiner Generation“. Das wirkte damals plausibel, aber nach Stricklands drittem Film erscheint es wie britisches Understatement. Strickland ist einer der aufregendsten aktuell produzierende Filmemacher weltweit. mehr

Interview

Eisenstein wäre heute Post-Post-Post-Cameron

Peter Greenaway über EISENSTEIN IN GUANAJUATO

Seit über 50 Jahren dreht der 1942 geborene Waliser Peter Greenaway inzwischen Filme, die die Brücke zwischen bildender Kunst, Theater und Film schlagen. Nach einem Kunststudium begann er zunächst als Cutter im „Central Office of Information“, jener britischen Propagandainstitution, die in den 50er Jahre mit für den Erfolg des British Documentary Movement verantwortlich war, zu arbeiten. Ab inszenierte Greenaway dann eigene Filme. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehören die Filme, die in den 80er Jahren entstanden wie DER KONTRAKT DES ZEICHNERS (1982), DER BAUCH DES ARCHITEKTEN ... mehr

Interview, News

Noir: die Dunkelheit des Geistes

Partho Sen-Gupta über SUNRISE

Partho Sen-Gupta, geboren 1965 in Mumbai, begann als Szenenbildner für Bollywood-Produktionen und arbeitete als Art Director und Set Designer bei indischen Spielfilmen und Werbespots. Nach einem Regiestudium in Paris drehte er seinen ersten Spielfilm HAVA ANEY DEY – LET THE WIND BLOW, der 2004 auf der Berlinale Premiere hatte. Nach THE WAY OF BEAUTY, einer Musikdoku über die Jazz-Raga-Kooperation zwischen dem Gitarristen John McLaughlin und der indischen Band Shakti ist SUNRISE sein zweiter Spielfilm. Tom Dorow hat für INDIEKINO BERLIN mit Partho Sen-Gupta über seinen neuen Film gesprochen.

Sehen Sie SUNRISE eigentlich als einen Noir-Film?

Ja, sicher. Ich sehe ihn auf traditionelle Weise als Noir, nicht nur als ästhetisch Noir. Er ist Noir, weil das Thema Noir ist. Für mich ist Noir etwas, was ich als Kind gelesen habe: Die amerikanischen Soldaten kamen als Helden nach Hause, und plötzlich war der Krieg vorbei, und dann waren sie auf einmal keine Helden mehr, sondern Männer ohne Arbeit. Viele sind vom Krieg traumatisiert und zu Hause herrscht Depression. Sie finden keine Arbeit, sie finden sich in ihren Familien nicht wieder zurecht. Und dann gibt es diese ganzen Geschichten von Männern, die ins Verbrechen abrutschen und zerbrechen. Für mich geht es um dieses Verständnis von Noir, nicht um diese Plastik-Idee davon. Vieles wird heute Noir genannt, weil es in der Dunkelheit gefilmt ist, aber das ist „Plastik“, künstlich, da geht es nicht um die Story. mehr

Interview

Skateboard fahren und den Wind im Tschador spüren

Interview mit Ana Lily Amirpour

Ana Lily Amipour ist die Regisseurin und Autorin von A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT und seit diesem Debüt einer der Shooting Stars des unabhängigen amerikanischen Kinos. Ihr nächster Film, THE BAD BATCH wird von Megan Ellisons Produktionsfirma Annapurna Pictures produziert, die in den letzten Jahren mit THE MASTER, ZERO DARK THIRTY, SPRING BREAKERS, FOXCATCHER, HER und anderen Filmen in die erste Reihe der unabhängigen amerikanischen Filmproduktionen aufgerückt ist. Ana Lily Amirpour ist als Tochter iranischer Eltern in London geboren und in den USA aufgewachsen. Tom Dorow hat sich mit der Regisseurin über A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT, die Bedeutung von Musik und romantischen Kannibalismus unterhalten. mehr

Interview

Eine neue Freundin

Ein Gespräch mit François Ozon

Seinen ersten großen Erfolg feierte François Ozon mit dem Musical 8 FRAUEN (2002), das Frankreichs berühmteste Schauspielerinnen, darunter Catherine Deneuve, Fanny Ardant, Isabelle Huppert und Emmanuelle Béart, in einer grellbunten Krimikomödie zusammenbrachte. Es folgten der psychologische Thriller SWIMMINGPOOL (2003), die rückwärts erzählte Beziehungsgeschichte 5 x 2 (2005), und das tiefschwarze Melodrama ANGEL – EIN LEBEN WIE IM TRAUM (2007) über eine Boulevardschriftstellerin, die sich ein Traumleben baut. Zu Ozons jüngeren Filmen gehören die Dramen IN IHREM HAUS (2012) und JUNG & SCHÖN (2013). François Ozon inszeniert subtil und psychologisch nuanciert. Zugleich liebt er starke Farben und Camp, reichlich Drama und das Experimentieren mit unterschiedlichsten Genres. In seinem jüngsten Film kehrt er erneut zum Melodrama zurück. Thomas Abeltshauser hat sich mit dem Regisseur über EINE NEUE FREUNDIN unterhalten. mehr

Interview

Familie ist ein totalitäres Regime

Interview mit Asia Argento

Asia Argento ist die Tochter des Horror- und Giallo-Regisseurs Dario Argento und der Schauspielerin Daria Nicolodi, die in zahlreichen Filmen Argentos auftrat, unter anderem auch in seinen Meisterwerken SUSPIRIA und INFERNO. Ihr Debüt als Schauspielerin hatte Asia mit zehn Jahren in dem von ihrem Vater produzierten Horrorklassiker DEMONI 2. Argento spielte zunächst in zahlreichen italienischen Produktionen, ab 1998 trat sie aber auch in internationalen Filmen als Schauspielerin auf, unter anderem in Abel Ferraras NEW ROSE HOTEL (1998), Patrice Chéreaus LA REINE MARGOT/DIE BARTHOLOMÄUSNACHT (1995), in George A. Romeros LAND OF THE DEAD (2005) und in Sophia Coppolas MARIE ANTOINETTE. INCOMPRESA/MISUNDERSTOOD ist ihr dritter Langfilm als Regisseurin. mehr

Interview

Im Streit fallen mir bessere Dialoge ein

Interview mit Nuri Bilge Ceylan

In diesem Jahr erhielt der radikale Autorenfilmer Nuri Bilge Ceylan die goldene Palme für seine bitter-komische Zustandsbeschreibung der türkischen intellektuellen Oberschicht WINTERSCHLAF. Ceylan liebt es seine Protagonisten in Landschaften und Wetterlagen einzubetten und ihnen bei Alltagsbeschäftigungen zuzusehen. Seine ersten Filme hat er mit minimalen Dialogen inszeniert, in WINTERSCHLAF dagegen wird ständig und im Überfluss geredet. Thomas Abeltshauser hat sich mit Nuri Bilge Ceylan seinen neuesten Film und seine Arbeitsweise unterhalten. mehr